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Künstliche Besamung der Königin

 

In der Bienenzucht findet die instrumentelle Besamung immer mehr Anwendung.

Auch in Deutschland ist dieser Trend ist seit Jahren zu beobachten.

Doch weshalb gewinnt diese Methode weiterhin an Bedeutung?

 Zum einen gibt es für die Paarungskontrolle kein besseres Verfahren.

Des Weiteren ist ohne Paarungskontrolle kein effektiver Zuchtfortschritt innerhalb kurzer Zeit möglich.

So argumentiert immerhin der Handel, der die dafür notwendigen Geräte und Instrumente an Imker verkauft. (Vo.02.2012)

 

 

 

Bild1: Arbeitsplatz mit Geräten und Mikroskop

 

 

Weil die Besamungstechnik und die dafür nötigen Grundkenntnisse nicht minder sind,

ist es für den einzelnen Interessenten vorteilhaft, in die Materie eingewiesen zu werden.

Klaus Burmeister hat sich in der Zucht und instrumentellen Besamung seit 1976 bewiesen und mehrmals (Neu)Imker in die Bienenzucht eingeführt.

Er bot uns den Kurs an und wies uns, die Teilnehmer des Kurses „Besamung der Königin“, am 21.01.

und am 28.01.2012 in die Kenntnisse und Technik der instrumentellen Besamung ein.

 

 

 

Bild2: Vorbereitung der Spritze

 

 

Neben der Geschichte der Besamungstechnik,

der Aufzucht von Königinnen und Drohnen zur Besamung,

Herrichtung des Drohnenpflegers

und der Merkmalprüfung der Drohnen lernten wir auch Interessantes über die Herrichtung der Begattungskästen. Operationssaalmäßig sah der eingedeckte Bestecktisch bei der Vorstellung der Gerätschaften und Bestecke aus.

 

 

 

Bild3: Der fertig eingerichtete Arbeitsplatz

 

 

Herr Burmeister stellte uns zwei Gerätschaften zur technischen Besamung vor.

Das Gerät von Swienty funktioniert mit Bewegungsverzögerern, welche die Geschwindigkeit

der Instrumentenbewegung auf das Vielfache reduzieren.

Damit ist vorsichtiges Arbeiten an der Königin möglich.

Das System Schley ist anders zu handhaben und funktioniert auch präzise, wenn man weiß, wie man damit umgeht.

Beide Systeme arbeiten mit dem eigentlichen Besamungsgerät für die Spermaübertragung,

einem Stereomikroskop sowie mit einer Kaltlichtbeleuchtung als Lichtquelle

und der CO2-Narkosevorrichtung zur Betäubung der Königin.

 

 

 

Bild4: Simuliertes Aufnehmen des Spermas

 

 

Nach dem Abkochen und Sterilisieren der Instrumente lernten wir die Spritze vorzubereiten,

die die Drohnensamen aufnimmt.

Herr Burmeister hat sich für seine Spritzen die Glasnadel selbst hergestellt.

Nur bei einer Glasnadel lässt sich eine derart dünne Spitze herstellen,

so dass diese an Bienen verwendet werden kann.

Anhand von Bildern und Videoclips wurde uns das Aufnehmen und die Insemination des Spermas demonstriert. Mit einer Watte- und Milchattrappe konnten wir dann die Handhabung mit der Spritze üben.

Die CO2-Narkose der Königin, deren Insemination und das Führen des Besamungsbuches haben den Kurs abgerundet.

 

 

 

 

Bild5: Besamungsgerät unter dem Stereomikroskop

 

 

Interessant waren auch die Gespräche untereinander.

Beim Mittagessen wurden Gründe für und wider die technische Besamung diskutiert.

Einige Teilnehmer waren mit Ergebnissen von Belegstellen teilweise nicht zufrieden.

Zudem ist das kontrolliert schnelle Befruchten sehr attraktiv.

Alles in Allem können die Argumente der Geräteanbieter gut nachvollzogen werden.

Die qualitativ hochwertigen Ausstattungen bedingen die doch, wenn auch berechtigten, hohen Preise der Gerätschaft.

 

 

Bild6: Teilnehmer des Kurses

 

Schade nur, dass dies der letzte Lehrgang mit Herrn Burmeister als Kursleiter war.

Der noch rüstige Imker hat an die 70 Völker zu versorgen und noch viel Anderes vor.

Einer der Großen zieht sich ein wenig aus der Ausbildung von Imkerkollegen zurück.

Und wir ziehen den Hut vor ihm, der uns viel gelehrt hat und der so viel über Bienen weiß. Chapeau!

 

Wolfgang Vocilka